Craft Beer made in Bamberg: Hopfenzupferfest am Wochenende

Gärtnerei Emmerling bietet ein einmaliges Erlebnis rund um das Bier

Chilliero, Kürbis King, Ingwer Hit oder Tomaten Joe – klingt zunächst nach Gerichten auf einer ziemlich bunten Speisekarte. Aber nein: Hier geht es um Bier, genauer das Bierangebot auf dem am Wochenende ausgerichtetem Hopfenzupferfest der Bamberger Gärtnerei W. Emmerling in Bamberg. Selbst gebrautes Bier mit vor Ort angebautem Hopfen, kombiniert mit diversen Kräutern und Gewürzen aus dem eigenen Gewächshaus – das ist Craft Beer made in Bamberg.

Hopfenzupferfest in BambergIn die Gärtnerei von Wolfgang Emmerling in der Bamberger Zollnerstraße 24 ist eine Tradition zurückgekehrt, die seit fast 100 Jahren aus der Weltstadt des Bieres verschwunden ist: Der Hopfenanbau. Sohn Kris Emmerling baut im selbstgeschaffenen Hopfengarten im hinteren Teil des Gärtnereibetriebes mittlerweile knapp 30 verschiedene Sorten des Hanfgewächses an – von verschiedensten Aromasorten bis zum würzigeren Bitterhopfen.

“Zusammenbringen, was zusammen gehört”

Sein Ziel war und ist es, den Hopfenanbau und das Bierbrauen wieder direkt zusammenzubringen, den regionalen Anbau zu fördern und damit lange Transportwege zu vermeiden. Kris Emmerling hat seinen Beruf mit dem Hobbybrauen verbunden und verfeinert seine Biere nun nicht nur mit dem eigens angebautem Hopfen, sondern experimentiert auch mit Kräutern oder Gewürzen, die in der Gärtnerei wachsen und den Getränken eine ganz besondere Note verleihen. Statt wie in großen Brauereien üblich, getrockneten, zu Pellets gepressten Hopfen zu verwenden, wird dem Bier bei der sogenannten Kalthopfung der frische Hopfen zugeführt, was zwar aufwendiger ist, ihm nach nochmaliger Lagerung aber einen besonderen Geschmack verleiht.

Craft Beer in ungewöhnlichen Sorten

Mit den Hopfensorten Perle und Cascade experimentiert der junge Gärtner besonders gerne. Die Perle ist eine traditionell deutsche Sorte, ein bisschen würziger im Geschmack, während die amerikanische Cascade eine fruchtige Zitrusnote beinhaltet. Und bei den Verfeinerungen kennt seine Kreativität keine Grenzen: Ob Tomaten, Kürbis, Ingwer, Gurke, Zitrone, Rosmarin oder sogar Weihrauch – alles hat Kris Emmerling schon mit seinem Bier kombiniert und somit aktuell 18 Craft-Bier-Sorten für die unterschiedlichsten Bierfeinschmecker-Gaumen kreiert. Hier soll für jeden was dabei sein: Welche für die Experimentierfreudigen und für die Traditionsliebhaber solche, die nach dem strengen Reinheitsgebot gebraut werden.

Einmaliges Biererlebnis

Hopfenzupferfest in BambergKris Emmerlings persönlicher Favorit ist die “Koala”-Version mit Eukalyptus, die sich auch beim von Freitag, 25. August bis Sonntag, 27. August ausgerichteten Hopfenzupferfest der Gärtnerei großer Beliebtheit erfreute. Damit bot der Familienbetrieb in diesem Jahr zum dritten Mal die Möglichkeit für alle Bierliebhaber, Craft Beer made in Bamberg zu kosten und sich beim gemütlichen Zusammensitzen an den Holztischen im Hopfengarten durch die zahlreichen Varianten zu probieren. Für das ganz individuelle Biererlebnis durften die Gäste auch selbst ernten: Selbstgepflückte Hopfenblüten, die sogenannten Dolden, konnten ins Bier der Wahl gegeben werden und begeisterten nicht nur durch individuelleren und vor allem frischeren Geschmack. Kris Emmerling zählt auch das Selbsternten und das Kennenlernen des Hopfenanbaus zum besonderen Biererlebnis.

Hopfen macht sich nicht nur im Bier gut

Zahlreiche Gäste feierten die vielfältige Pflanze, die sich nicht nur zum Bierbrauen hervorragend eignet, sondern auch als Tee, Schnaps oder Kissenfüllung in der Gärtnerei Emmerling verkauft wird. Interessierte Hobbybrauer können dort auch Jungpflanzen erwerben. Tomatenburger oder Wraps mit gegrilltem, und natürlich auch eigens angebautem Gemüse sorgten für eine gute Grundlage vor oder während der Verkostung der einzigartigen Biere.

Das nächste Fest zu Ehren der vielfältigen Pflanze ist schon geplant, das Grünhopfenfest soll am letzten Septemberwochenende stattfinden. Das Besondere hierbei ist, dass die Hopfendolden frisch abgeerntet direkt ins Bier gelangen und so nochmal ein ganz besonders Aroma entfalten können.

Text & Fotos: Katja Kiesel

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